Musikinstrument erlernen! Üben – Wie lange und wie oft ist richtig?

Eine Frage die sowohl Eltern, Schüler als auch Lehrer beim Erlernen eines Instruments beschäftigt ist: Wie lange und wie oft sollte man eigentlich üben? Was ist die richtige Frequenz und was muss ich dabei beachten?

Dazu gibt es natürlich viele verschiedene Meinungen und Ansätze. Allerdings können wir ein paar Dinge aus eigener Erfahrung festlegen und als Tipps mitgeben.

Zu Beginn…

Beim Erlernen eines Instruments ist es wie beim Sport. Zu Beginn müssen die Muskeln aufgewärmt und aufgebaut werden. Diese werden natürlich nur aufgebaut, wenn man so oft wie es möglich ist trainiert. Training ist in der Musik das Üben zuhause. Da die Muskeln am Anfang noch nicht so stark sind, empfiehlt sich ein tägliches Training. Auch wenn es nur kurze Trainingseinheiten ist, die Regelmäßigkeit bringt hier schnellen Erfolg. Durch tägliche Wiederholungen stärken Sie nicht nur Ihren Ansatz – also die Muskeln rund um die Mundpartie, sondern Sie vertiefen auch das Erlernte. Neben dem Spielen des Instruments lernen Sie auch das Noten lesen. Und wie beim Lesen lernen muss dieses am besten täglich wiederholt werden. Bei zu großen Pausen vergisst man vieles, was man bereits gelernt hat. Dies führt dazu, dass man im Unterricht nicht voran kommt und so bleibt der Erfolg und letztlich auch der Spaß am Lernen aus.

Eine goldene Regel die Sie beim täglichen Lernen beachten sollten ist, dass Sie sich nicht bis zur Erschöpfung verausgaben. Das Üben eines Musikinstruments erfordert viel Konzentration und zum Teil auch körperliche Anstrengung. Wenn Sie sich zu sehr verausgaben passiert es, dass Ihre Konzentration und auch die Spannung Ihres Ansatzes nachlassen. Dies führt wiederum dazu, dass der Lernerfolg nicht so wirklich einsetzen will und Sie verlieren im schlimmsten Fall die Lust am Musizieren.

Zu Beginn reichen also erst einmal so 10-15 Minuten als tägliche Übungseinheit aus. Wenn Sie danach noch Lust haben weiterzuspielen, sollten Sie dies auf jeden Fall tun. Probieren Sie es doch dann einfach mit lockeren Tonabfolgen und Stücken die Sie bereits beherrschen. Je mehr Übung – desto besser der Erfolg!

Trainingsablauf

Bei einer kurzen Übungszeit ist der Aufbau und Ablauf deines Trainings besonders wichtig. Wenn Sie beim Sport zum Training gehen, ist es selbstverständlich, dass Sie sich bevor es richtig losgeht aufwärmen. Dieses Konzept sollten Sie auch beim Musikinstrument Training zuhause verfolgen.

Sie spielen sich und Ihr Instrument also erst einmal warm. Hierzu können Sie die grundlegenden Tonfolgen wie Tonleitern und Dreiklänge benutzen. Übe Sie in verschiedenen Lautstärken (Dynamiken) und Artikulationen – also mal gebunden, mal gestoßen. So können Sie zum einen die geübten Tonleitern und Dreiklänge wieder vertiefen zum anderen werden Ihre Muskeln (Mundpartie), Finger und Ihr Instrument warm. Danach können Sie sich dann –  gut aufgewärmt – an dein aktuelles Musikstück wagen.

Ziele setzen!

Wenn Sie von der Aufwärmphase zu Ihren Stücken übergehen, empfiehlt es sich konkrete Ziele zu setzen. Üben Sie neben den Dingen die Ihnen Spaß machen und Freude bereiten auch unbedingt Stellen und Passagen die Sie noch nicht so gut beherrschen. So erreichen Sie einen optimalen Lernerfolg. Bei den kniffligen Stellen ist es wichtig, dass Sie die Messlatte und die Erwartungen an sich selbst nicht zu hoch legen. Auch hier ist es wie beim Sport: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Sie sollten und können nicht erwarten, dass auf Anhieb alles perfekt und kontrolliert gespielt und umgesetzt werden kann. Für manche Aufgaben braucht es einfach Zeit und etwas Geduld. Um hier beim Training nicht zu frustrieren sondern trotzdem einen Lernerfolg zu feiern, machen Sie doch einfach kleinere Schritte. Beim Fußball würden Sie beispielsweise versuchen, erst einmal das Tor aus kurzer Distanz und ohne Torwart zu treffen bevor Sie direkt aus dem Spiel heraus an drei Abwehrspielern vorbei aufs Tor schießen. Je länger Sie trainieren, desto besser wird es klappen und Sie können den Schwierigkeitsgrad langsam erhöhen. Bei Musikstücken mit schwierigen Passagen ist es genauso. Sie brauchen nicht von Anfang an in der Originalgeschwindigkeit ein Werk zu erarbeiten. Es reicht, wenn Sie langsam anfangen und sich von Mal zu Mal steigern. Fangen Sie am besten auch nicht immer von vorne an, sondern spielen die schwierigen Stellen erst einmal so langsam bis sie perfekt verinnerlicht sind. Dies kann manchmal Nerven kosten, aber Sie werden nach einiger Zeit Fortschritte feststellen und Erfolge feiern.

Das Wichtigste: Spaß!

Das Wichtigste beim Musizieren ist der Spaß daran. Sie sollten Lust darauf haben ein Instrument in die Hand zu nehmen. Es muss Spaß machen herauszufinden, wie viel Sie tatsächlich mit Ihrem Instrument schaffen können.

Am Ende gilt natürlich immer: Je öfter Sie sich mit dem Musikinstrument Ihre Wahl auseinandersetzen, desto besser werden Sie. Ein starker Ansatz, eine fokussierte Konzentration, ein geübtes Fingerspiel, eine ausgeprägte Kondition, ein großes Notengedächtnis und ein gutes Musikverständnis bringen Sie voran und je trainierter diese Elemente sind, je mehr Spaß wird Ihnen das Spiel auf Ihrem Wunschinstrument machen.

Gut zu Wissen:

Auch in einer Mietwohnung ist es erlaubt ein Instrument zu spielen. Dabei sollte man sich allerdings an die gesetzlichen oder durch die Hausordnung vorgegebenen Ruhezeiten halten. Es darf aber generell nicht verboten werden, dass ein Instrument im Haus gespielt wird. Wie lange man spielen darf ist vom Instrument, der Bausubstanz und der Umgebung abhängig. Die Spanne geht laut Artikeln zu BGH-Urteilen von 1-3 Stunden am Tag.

 

Sie benötigen einen Motivationsschub um Ihr nächstes Level zu erreichen? Erhalten Sie hier 9 motivierende Ratschläge. Viel Spaß beim Lesen!