Musizieren als Hobby – Kind & Musik 2/3

Willkommen zum zweiten Teil unserer Reihe „Kind & Musik“! Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Wie bei allen anderen Tätigkeiten im Leben, gilt natürlich auch beim Musizieren: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ Selbst wenn es sich bei Ihrem Kind um den nächsten Mozart handeln sollte, wird es deshalb um regelmäßiges Üben nicht herumkommen. Vom Lesen der Noten über die richtige Handha- bung des Instrumentes bis hin zur Beherrschung ganzer Stücke – bei jedem einzelnen dieser Aspekte ist es erforderlich, am Ball zu bleiben.

Das alles fällt einem Kind aufgrund der von Natur aus höheren Auffassungsgabe zwar um einiges leichter als einem Erwachsenen, dennoch lässt sich ein Musikinstrument prinzipiell in jedem Alter erlernen.
Eines bleibt jedoch vollkommen unabhängig vom Alter essenziell für den Erfolg: das persönliche Engage- ment des Schülers, welches er zum Erreichen seiner Ziele aufbringen muss. Denn selbst bei einem gewissen in die Wiege gelegten Talent ist auch beim Musizieren letzlich alles eine Frage der Disziplin, der mentalen Einstellung und der individuellen Einsatzbereitschaft.

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist daher Geduld. Weder Sie noch Ihr Kind sollten keine Wunder erwarten, sondern sich Zeit geben und realistische Ziele stecken. Nacheinander viele kleine Ziele zu erreichen, bedeutet auch eine Reihe kontinuierlicher Erfolgserlebnisse, die angehenden Musikern dabei helfen, die Motivation selbst über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten.

Trotzdem ist eiserne Diziplin zwar unverzichtbar, aber eben doch nicht alles. Denn ein genau so wichtiger Aspekt ist der Spaß. Musizieren soll nicht zuletzt Vergnügen bereiten – nicht nur dem, der zuhört, sondern auch dem, der spielt. Ein Hobby, das dem, der es betreibt, keinen Spaß bereitet, endet sonst nur allzu schnell in Stress, Frust und letztendlich Resignation und Kapitulation.

All dies sind Aspekte, die nicht nur für Ihr Kind von Bedeutung sind. Auch Sie als Eltern sollten sich diese Prinzipien immer wieder ins Gedächtnis rufen. Denn wenn Ihr Kind erfolgreich ein Musikinstrument erler- nen möchte, ist dabei auch Ihr Einsatz gefragt.

Es ist nicht damit getan, Ihrem Sprössling ein Instrument zu kaufen oder zu mieten, ihn bei einer Musik- schule anzumelden und zu kontrollieren, dass auch wirklich regelmäßig geübt wird. Vielmehr ist es Ihre Aufgabe, das regelmäßige Musizieren auch zu Hause zu fördern und Ihr Kind während des gesamten Lern- prozesses zu unterstützen. Dazu haben wir Ihnen im Folgenden einige praktische Tipps zusammengestellt.

8 Tipps, mit denen Sie Ihr Kind zum Üben motivieren

1. Hören Sie zu.

Zeigen Sie Interesse an der neuen Aktivität und fregen Sie Ihr Kind, ob Sie sich dazugesellen dürfen, wenn es übt. Beschäftigen Sie sich währenddessen mit etwas anderem. Lesen Sie z. B. ein Buch, stricken Sie etwas, oder lösen Sie ein Kreuzworträtsel. Aber auch kleinere Haushaltspflichten, wie Bügeln, Socken sortieren, Kartoffeln schälen oder Staubwischen lassen sich nebenbei erledigen. Falls Ihr Kind aber nicht möchte, dass Sie dabei sind, respektieren Sie seinen Wunsch.

2. Sagen Sie Ihre Meinung.

Lassen Sie es Ihr Kind wissen, wenn Ihnen sein Spiel gefällt, aber verzichten Sie auf Schönrederei – damit ist hier niemandem gedient. Lachen Sie nicht oder verziehen Sie das Gesicht, wenn sich mal etwas schief anhört. Dies führt zu Scham und Verunsicherung und lässt den Spaß am Musizieren schnell vergehen. Bleiben Sie bei Ihrer Kritik einfach ehrlich und sachlich.

3. Geben Sie dem Hobby Raum.

Und das ist im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehen: Richten Sie einen speziellen Platz zum Üben ein, der zu festen Zeiten fürs Musizieren reserviert ist. Wichtig ist hierbei, dass diese Regelung von allen Familienmitgliedern respektiert wird. Nur so kann sich Ihr Kind in Ruhe seinem Instrument widmen.

4. Schaffen Sie Routine.

Wir haben die festen Zeiten eben bereits erwähnt. Dabei sollten Sie es aber nicht übertreiben. Ähnlich wie beim Sport ist es ist für Anfänger einfacher und damit zielführender, jeden Tag ca. 20–30 Minuten zu üben, als einmal die Woche für zwei Stunden. So kostet es Ihr Kind weniger Überwindung und wird von der sonst schnell ungeliebten Pflicht zur überschaubaren Routineübung, die sich ohne große Einschränkungen bequem in den Tagesablauf integrieren lässt.

5. Legen Sie Ziele fest.

Wie eingangs bereits erwähnt, ist es der Motivation förderlich, für regelmäßige Erfolgserlebnisse zu sorgen. Zu diesem Zweck empfiehlt es sich, gemeinsam mit Ihrem Kind kleinere, erreichbare Ziele zu setzen – vom Erfüllen eines Übungspensums über das Meistern schwieriger Passagen bis hin zum fehlerfreien Spiel eines ganzen Stückes. Wichtig ist, dass die Ziele nicht zu hoch gesteckt werden und dem Lerntempo entsprechen.

6. Ermutigen Sie zum Ausprobieren.

Ein Stück fehlerfrei zu beherrschen, ist natürlich erstrebenswert. Unterschätzen Sie aber nicht die Bedeutung des Improvisierens. Schließlich gibt es keine Musik ohne Kreativität. Und diese wird durch augenscheinliches Herumklimpern oder Gedudel gefördert. Es spricht also nichts dagegen, Ihr Kind sein Instrument spielerisch ausprobieren zu lassen. Planen Sie hierfür z. B. eine kleine Partie „freies Spiel“ zum entspannten Ausklingen nach dem disziplinerten Übern nach Noten ein.

7. Machen Sie keinen Druck.

Vermeiden Sie es, Ihrem Kind Vorwürfe zu machen, wenn es einmal keine Lust zum Übern haben sollte. Bemerkungen wie „Du wolltest doch unbedingt ein Instrument lernen“ oder „Weißt du eigentlich, was uns dein Unterricht kostet?“ sind kontraproduktiv und führen eher dazu, dass Ihr Kind den Spaß an der Musik komplett verliert. Zeigen Sie lieber Verständnis und befolgen Sie auch den nächsten Tipp.

8. Bleiben Sie positiv.

Um Ihr Kind in seinem Vorhaben zu bestärken, sollten Sie es für regelmäßiges Üben belohnen. Damit ist aber keine Bestechung mit Geld, Spielzeug oder ähnlichem gemeint, sondern ganz einfach ein nettes Lob nach einer erfolgreichen Übungseinheit. Das genügt, um das Musizieren für Ihr Kind zu einer positiven Erfahrung zu machen. Selbstverständlich ist aber auch nichts gegen ein kleines Geschenk für das Erreichen eines besonderen Zieles einzuwenden. 😉

Natürlich ist jedes Kind individuell und muss seinen eigenen Zugang zur Musik und seinen persönlichen Rhythmus beim Üben finden, aber wenn Sie diese Tipps berücksichtigen, sind Sie schon auf einem richtigen Weg. Wir wünschen Ihrem Kind – und Ihnen – viel Spaß und Erfolg beim Erlernen seines Instrumentes.

Apropos: Wir bieten Ihnen selbstverständlich auch eine große Auswahl kindgerechter Musikinstrumente zur Miete an. Schauen Sie doch einfach mal rein! Sie wünschen sich Hilfe bei der Auswahl eines passenden Instruments? Kein Problem! Sprechen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine kurze E-Mail.

Lesen Sie jetzt den nächsten Teil unserer Reihe „Kind & Musik“ und erhalten Wissenswertes für Eltern! Weiterhin viel Freude beim Lesen.