Interview mit Daniel Forsnabba

Daniel Forsnabba – Neben der Entwicklung seines Blogs „Trompete-spielen lernen“ gibt er uns auch einen Einblick in die Alexander Technik.



Kurzes Warm-Up: Wer stellt sich vor mit wem haben wir es zu tun?
Mein Name ist Daniel Forsnabba, ich bin Trompetenlehrer und Alexander-Technik-Lehrer und außerdem Autor des Buches „Lebendiges Trompetenspiel“ und Produzent zahlreicher Videokurse.

Wie war dein Weg zu diesem Instrument?
Mein Vater spielt im Posaunenchor Posaune und so begleiten mich Blechblasinstrumente schon mein ganzes Leben. Es hat allerdings gedauert, bis ich 12 Jahre alt war, dass ich mit dem Trompetespielen anfing.

Wer ist eigentlich dein größtes (musikalisches) Idol?
Ich habe kein Idol. Es gibt viele phantastische Musiker und von jedem kann man sich etwas abkucken.

Du betreibst die Website www.trompete-spielen-lernen.de. Kannst du uns einen Überblick über die Seite sowie dein Angebot geben?
Auf der Seite gibt es zunächst Online-Kurse: einen Grundlagenkurs und einen Kurs für die hohen Töne auf der Trompete. Außerdem diverse Videopräsentationen zu Themen wie Atmung, effektivem Üben, Anstoß und mehr. Mein Buch „Lebendiges TromeptenSpiel“ ist für viele der erste Kontaktpunkt mit mir.

Dann gibt es eine Trompeter-Akademie. Das ist Gruppen-Unterricht per Videokonferenz. Die Teilnehmer treffen sich drei Mal im Monat mit mir online und besprechen ihre Übefortschritte, bekommen Rückmeldungen und motivieren sich gegenseitig. Normalen Einzelunterricht gibt es auch.

Seit diesem Jahr gibt es Impuls-Workshops in vielen Städten im deutschsprachigen Gebiet. Außerdem findet drei Mal jährlich ein Intensiv-Seminar statt.

Über die Jahre ist mein Blog gewachsen, so daß es inzwischen etwa 100 Artikel, Videos und Interviews mit namhaften Solisten gibt. Über meinen Newsletter bekommen Gäste meiner Seite und meine Kunden natürlich regelmäßig Tipps und Inspirationen für ihr Üben und Musizieren.

Du hast dich sehr intensiv mit der Alexander-Technik beschäftigt und eine umfangreiche Ausbildung in dem Bereich absolviert. Worum handelt es sich dabei genau?
Alexander-Technik ist eine Methode, die an immer mehr Musikhochschulen gelehrt wird. Es geht um die Frage, wie sich jemand selbst „gebraucht“, d.h. wie geht er mit sich um, z.B. während er Trompete spielt. Dabei geht es viel um Konzepte, die wir von Tätigkeiten haben: wie sitze ich? Diese Frage ist völlig daneben, denn selbst wenn jemand optisch aufrecht ist, ist das möglicherweise sehr anstrengend für ihn und er ist dabei unflexibel. Die Alexander-Technik schaut da genauer hin und fragt: „Was tue ich, um mich aufzurichten?“ So kommt man nach und nach zu einer aufrechten und flexiblen Haltung, freier Atmung, effektiven (Musizier-)Bewegungen. Darüber schreibe ich übrigens auf einem anderen Blog: www.MusikerSkills.de

Atmung, Luftführung und Ansatz. Diese Begriffe fallen sehr häufig bei dir. Kannst du uns dazu 3 wertvolle Tipps geben, die jeder Trompeter schnell umsetzen kann?

Atmung ist eine angeborene Funktion, die man nicht mehr verbessern kann. Bei den meisten ist diese natürliche Atmung jedoch ver-deckt durch allerlei Angewohnheiten, so dass sie flach oder fest wird. Es geht dann also darum sie wieder zu ent-decken.

Dabei ist es nützlich, sich weitestgehend frei zu machen von Konzepten, wie „richtige“ Atmung nun aussehen sollte. Hilfreich finde ich die Definition von Jessica Wolf: „Atmung ist eine dreidimensionale Formveränderung des Torso.“ Lasse also zu, dass sich beim Atmen alles bewegen darf, das sich bewegen will. Dies kann der erste Schritt zu einer freieren Atmung sein.

Aus dem amerikanischen von Arnold Jacobs kommt das Konzept „Song & Wind“. Es bedeutet kurz gesagt, dass wir innerlich hören müssen (Song), was wir spielen wollen. Dieses innere Hören ist die Bestellung, die wir aufgeben und unser System liefert dann Musik, indem Luft in Bewegung gebracht wird (Wind). Man kann also Luftführung nicht isoliert als reine Mechanik betrachten. Mein Tipp ist: singe innerlich eine Melodie, blase gleichzeitig frei Luft (neben die Trompete) und drücke die entsprechenden Ventile. Spiele danach die Melodie und du wirst feststellen, dass es entweder leichter geht oder der Klang besser ist. Oder beides.

Mit Ansatz ist meistens das Gefühl auf den Lippen gemeint: „Heute habe ich einen schlechten Ansatz.“ oder so ähnlich hört man gelegentlich. Dabei ist das Gefühl (fast) egal. Wenn ich allerdings ständig damit beschäftigt bin, das richtige Gefühl auf den Lippen zu finden führt das nirgendwo hin. Im Gegenteil: es schafft Probleme, weil das Gefühl (und damit dann das Spiel) nicht stabil ist, man ist abgelenkt von wichtigerem und so weiter. Daher: lerne dein Gefühl nicht mehr so wichtig zu nehmen und kümmere dich um Musik, um Luft.

Auf einer Tournee oder Konzertreise dürfen 3 Dinge nicht fehlen. Welche?
Es ist ewig her, dass ich auf einer Tournee war. Aber das Instrument, Handy und Geldbeutel wären wohl ganz sinnvoll mitzunehmen 😉

Danke, Daniel Forsnabba.