Interview mit Berthold Schick

Am 07.05.2020 hatten wir einen spannenden Workshop mit Berthold Schick & Buffet Crampon Deutschland für euch geplant. Leider mussten wir aufgrund der aktuellen Situation den Workshop verschieben. In unserem aktuellen VOLLMER MUSIKER Magazin haben wir ein sehr interessantes und ausführliches Interview mit dem Ausnahme-Musiker geführt. Viel Spaß beim Lesen!

Kurzes Warm-Up: Wer stellt sich vor? Mit wem haben wir es zu tun?

Mein Name ist Berthold Schick und ich durfte meine Berufung zum Beruf machen.

Welches Projekt läuft gerade bei dir aktuell und welches ist dir in besonderer Erinnerung geblieben?

Im Moment befinde ich mich in der alljährlichen „Bethlehem Rallye“. Nein, Spaß beiseite, kurz vor Weihnachten gibt es für mich jede Menge Auftritte zu organisieren und zu spielen. Sehr abwechslungsreich mit meinem klassischen Blechbläser-Quintett NOVAS-BrASS und auch ganz viele Auftritte mit meinem Alphorn-Ensemble. Als besonderes Highlight werden wir dieses Jahr zwischen den Feiertagen ein grandioses Konzert mit einem Alphorn- & Posaunen- Orchester mit 22 Musikerinnen und Musikern geben, wir freuen uns sehr darauf, das bleibt bestimmt besonders in Erinnerung! Bei besonderen Erinnerungen von vergangenen Projekten, kann ich eigentlich gar keines hervorheben. Natürlich gab es außergewöhnliche Konzerte und Auftritte vor vielen Tausend Zuhörern wie beim Woodstock der Blasmusik oder bei vielen Kreis- und Bezirksmusikfesten. Aber auch die kleinen Auftritte wie z.B. bei Geburtstagen können mitunter einen einzigartigen Charme ausstrahlen, was das Musizieren an so einem Abend zum besonderen Erlebnis macht.

Wie bist du eigentlich zur Blasmusik gekommen? Und was fasziniert dich explizit an der Böhmischen Blasmusik?

Wahrscheinlich sind das die Zufälle des Lebens. Mein Heimatverein Rot an der Rot hat in meiner Jugendzeit die Nachwuchsarbeit professionalisiert und ich hatte das große Glück dieser Generation anzugehören: Super Instrumentallehrer, super Musikverein, super Plattform. Es hat einfach alles gepasst. Schon damals hörte ich mit großer Vorliebe u. a. die Musik von Ernst Mosch und seinen Egerländer Musikanten. Dann hatte ich die große Ehre Ernst Mosch noch persönlich kennenzulernen und mit ihm zu musizieren. Von 1994 – 1999 habe ich bei seinen Egerländer Musikanten gespielt und durfte noch erleben, wie er diese Musik verstand und interpretierte. Diese Zeit hat mich nachhaltig geprägt. Von Ernst Mosch stammt auch die Aussage: „Wer einmal mit unserer Musik infiziert ist, der wird sie immer lieben“. Dies kann ich nur bestätigen.

Man weiß, du bewegst dich in ganz unterschiedlichen „Bereichen“ der Musik. 2006 hast du deine eigene böhmische Formation gegründet, du
hast einen Musikverlag und produzierst deine Alben in deinem eigenen Studio und Label. Wie bekommt man das alles unter einen Hut? Und wieso hast du dich dazu entschieden dich so breit aufzustellen?

Tja, ne Menge Fragen auf einmal. Der Reihe nach. Irgendwie empfinde ich es als großes Glück, mit vielen Interessen geboren zu sein. Zugegeben, ab und zu kann´s dann
auch mal etwas viel werden. Aber prinzipiell habe ich einfach wahnsinnig viel Freude bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten. Vielleicht erhält auch diese Abwechslung die sich daraus ergibt, die große Lust und Freude an all diesen Dingen: Musizieren – Komponieren – Arrangieren – Notenlayout – Audioproduktion – Videoproduktion Des Weiteren habe ich ein super funktionierendes Team um mich. Meine Frau unterstützt mich in all den organisatorischen Tätigkeiten, sonst wäre es oft nicht
möglich meine ganzen musikalischen Aktivitäten (Musikverlag, Studio, Videos und Workshops) unter einen Hut zu bringen. Das Bedürfnis einer gewissen Unabhängigkeit
hat mich dazu gebracht meinen eigenen Musikverlag mit anhängendem Label zu gründen, was ich bis zum heutigen Tag sehr genieße.

In den 80ern weißt deine Vita einen kurzen Abstecher ins Münsterland auf. Wie hat es Dir damals bei uns gefallen? Hast du noch (musikalische) Kontakt ins Münsterland?

Sehr gut, ich hatte wunderbare musikalische Erlebnisse, war sogar als Bühnenmusiker im Theater in Münster tätig. Da ich aber sehr mit meiner Heimat verwurzelt bin, hat mich das Heimweh immer wieder schnell (fast jedes Wochenende) in die Heimat gezogen. Ja, es gibt tatsächlich nach so langer Zeit noch einen Kontakt zu einem ehemaligen Musikkollegen vom Heeresmusikkorps, natürlich ein Registerkollege.

Und zu guter Letzt fragen wir immer danach…..

Auf einer Tournee oder Konzertreise dürfen 3 Dinge nicht fehlen, welche?

Instrument, Noten und viel Freude und Liebe an der Musik!

Danke Berthold Schick, wir freuen uns auf einen baldigen Workshop bei uns.