Interview mit Benny Brown

Benny Brown – Der Profimusiker erzählt uns wie er zur Trompete gekommen ist und was ihn daran so fasziniert.

 

Kurzes Warm-Up: Wer stellt sich vor mit wem haben wir es zu tun?
Hallo, ich bin Benny, spiele Trompete, Klavier und ein bisschen Posaune. Ich bin in Münster geboren. Bereits seit meiner frühen Kindheit spiele ich Klavier, habe dann aber mit 16 die Trompete für mich entdeckt und dann in Hamburg Trompete studiert. Meine ersten internationalen Tournees habe ich mit dem Landesjugendjazzorchester NRW und dem Bundesjugendjazzorchester absolviert. Seit 2015 bin ich Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

Welches Projekt läuft gerade aktuell oder welches Projekt war ein besonderer Erfolg für dich in letzter Zeit?
Aktuell bin ich viel unterwegs mit einigen unterschiedlichen Projekten, unter anderem mit dem Ed Partyka Jazz Orchestra, meiner eigenen Band, Alexandrina Simeon Quintett, an der Staatsoper Hannover mit Westside Story sowie als Lead Trompeter für die “Fette Hupe Hannover” und der Uni Bigband Regensburg, wo ich auch Satzproben bzw. Workshops machen darf. Überhaupt laufen dieses Jahr wieder einige Workshops und Konzerte zusammen mit B&S. Ganz besonders freue ich mich auf die Brassweek Samedan im Juli. Es wird bei mir jedenfalls nicht langweilig.

Wer ist eigentlich dein größtes (musikalisches) Idol?
Uff, das ist schwer zu sagen. Es gibt so viele tolle Menschen, die mich inspirieren und berühren. Musikalisch kam ich damals durch die Musik von Maynard Ferguson zur Trompete. Sein unfassbar voller, satter Sound in allen Lagen hat mich total fasziniert und eigentlich zum Jazz gebracht. Von dort an lief ich in den Plattenladen und versuchte so viele Jazz CDs wie möglich zu bekommen. So zum Beispiel von Chet Baker, Freddie Hubbard, Dizzy Gillespie, Louis Armstrong, Wynton Marsalis und Clark Terry. Er hat mich verzaubert, besonders nachdem ich seine Autobiographie gelesen habe. Seine Liebe zur Musik und sein Humor, sein Sound und diese Leichtigkeit beim Spiel sind der Wahnsinn! Dann natürlich mein Lehrer und Mentor Lennart Axelsson, mit dem ich mich noch heute oft zum Üben und Spielen treffe. Ich bin sehr stolz ihn einen guten Freund zu nennen. Und Ack van Rooyen! Wir kennen uns mittlerweile einige Jahre und ich durfte schon öfter mit ihm zusammen Musik machen. Ein unfassbarer Musiker und Mensch! Maurice André fasziniert mich auch ungemein. Es gibt zum Beispiel eine TV Sendung, wo er live erst mit Orchester, Barock Ensemble, dann Bigband und Jazz Quartett und dann wieder mit dem Orchester musiziert und alles ist einfach perfekt. Und man merkt, wie er die Musik einfach liebt und lebt, so wie alle, die ich gerade genannt habe.

Mit welchen Problemen muss man im Musikbusiness am meisten kämpfen und welche Tricks helfen da am Besten?
Ich glaube wenn man sein Instrument gut beherrscht, gut vorbereitet, pünktlich, ehrlich, zuverlässig und lieb zu seinen Mitmenschen ist, gibt es nicht wirklich Probleme. Man weiß, du kannst eigentlich alles spielen von Jazz über Pop, Musical und Klassik.

Gibt es trotzdem eine Musikrichtung oder vielleicht sogar ein einziges Stück was dich immer wieder aufs neue absolut begeistert?
Das ist schwer zu beantworten. Ich finde Musik muss mich berühren und je nachdem in welcher Stimmung ich bin, höre ich gerne unterschiedliche Musik. Aber es gibt diese Stücke, die einen packen. Zum Beispiel: Danny Boy. Ein ganz einfaches Lied, aber ich bin sofort ganz woanders.

Wieso die Trompete?
Mein Papa war Solo Posaunist im Symphonie Orchester Münster. Damals wollte er mich gerne unterrichten und ich bekam sowohl aus der Trompete als auch aus der Posaune eine B Dur Tonleiter heraus. Es klang aber wie eine Gießkanne im Vergleich zu meinem Vater. Beim Klavier klangen wir gleich, also lernte ich Klavier. Jahre später mit 16 versuchte ich meinen kleinen Bruder für Klavier zu begeistern und ließ ihn drei Akkorde spielen. Als Deal versuchte ich dazu eine Melodie auf der Trompete zu spielen und es machte auf Anhieb Spaß. Meine Mama rief daraufhin Achim Böder, Solo Trompeter und Freund meines Vaters an und er sollte mein Lehrer werden. Dank ihm bekam ich eine solide klassische Ausbildung und er machte mich in vier Jahren fit für die Trompeten Aufnahmeprüfung.

Es ist nicht immer üblich, dass man als Musiker auch selbst komponiert, wie kam es dazu? Was fasziniert dich am Komponieren?
Naja, ich komme, wie gesagt, vom Klavier und damals habe ich immer auswendig gespielt und einfach improvisiert, nicht Jazz, sondern über alles, was ich gehört habe. Das ging damals mit sechs Jahren los und hörte nie auf. So haben sich einfach so viele Melodien und Fragmente ergeben und mittlerweile nehme ich sie auf und verarbeite sie in Kompositionen. Aber auch hier lasse ich mich einfach von Emotionen leiten. Das ist nach wie vor unglaublich was einfach so entstehen kann, auch wenn man nichts plant. Das ist dann wie ein Geschenk.

Bist du als geborener Münsteraner heimatverbunden?
Ja, allein schon um meine Familie und alte Freunde zu sehen.

Auf einer Tournee oder Konzertreise dürfen 3 Dinge nicht fehlen, welche?
Trompete, mein Gepäck und gute Laune

Danke, Benny Brown.