Musikinstrument erlernen! Tipps & Tricks für motivierte Blechbläser! Wie Sie Ihren Ansatz auf das nächste Level heben.

Das Thema “Ansatz” wird unter Musikern und besonders unter Blechbläsern immer wieder kontrovers und oftmals auch emotional diskutiert. Der Ansatz hat einen entscheiden Einfluss auf viele unterschiedliche Faktoren. Ein guter Ansatz sorgt für die notwendige Ausdauer und ist ein entscheidender Faktor für die klangliche Balance sowie ein angenehmes Spielgefühl auch in höheren Lagen. Lang andauernde und vielfach hohe Passagen sind bei einem nicht trainierten Ansatz kräftezehrend und führen beim Musiker zu Frustration. Damit Sie locker und leicht mit solchen Passagen umgehen können, haben wir einige konkrete Praxistipps in diesem Blogbeitrag zusammengefasst.

Was versteht man unter dem Ansatz?

Die Definition der Begrifflichkeit „Ansatz“ ist breit gefächert. Es gibt ein ganzes Spektrum an Meinungen und Definitionsvorschlägen. Es wird unter anderem von der Funktion der Lippen im Instrumentalspiel, der jeweiligen Kraft und Ausdauer oder dem Erreichen von Tonhöhen gesprochen. Eine ausführliche Onlinerecherche bringt ebenfalls sehr viele unterschiedliche Meinungen hervor. Eine Gemeinsamkeit ist dennoch auszumachen: Letztendlich ist der Ansatz das Bindeglied zwischen dem Musiker und seinem Instrument. Hier spielen sowohl die Lippen als auch die gesamten Gesichtsmuskeln eine wesentliche Rolle. Beide Partien müssen regelmäßig trainiert sowie aus- und weitergebildet werden, damit es zu einem harmonischen Zusammenspiel kommt. Durch eine dauerhaft trainierte Ansatzmuskulatur wird das Spielen des Blechblasinstrumentes koordinierter, sicherer und präziser. Ihr Spiel wird dadurch um ein Vielfaches lockerer und entspannter. Halten wir zu diesem frühen Zeitpunkt des Beitrags schon einmal fest: „Der Ansatz ist der Schlüssel zum Ton.“

Der entscheidende Faktor: Die Lippen!

Die Lippen sind ein Körperpunkt mit einer sehr hohen Sensibilität. Es entsteht der Eindruck, dass man fast alles über die Lippen spüren kann. Sehr schnell kommt man auch zu der Schlussfolgerung, dass man durch Veränderungen an diesem Punkt das Instrumentalspiel positiv beeinflussen kann. Gerade in den hohen Lagen sucht man hier bei Nichtgelingen die Ursache des Problems. Oftmals liegt es aber eher an einem zu engen Hals. Auch bei Auftrittssituationen kommt es durch die Aufregung und Nervosität zu einem anderen Gefühl im Lippenbereich. Die daraus resultierende Unsicherheit bringt den Musiker dazu seinen Ansatz bzw. seine Lippenposition zu überdenken. Diese Veränderungen des Ansatzes führen in der Regel eher zum Negativen als ins Positive. Eine gut erarbeitete und antrainierte Spieltechnik hilft dem Musiker dabei, sich von den äußeren Umständen nicht beeinflussen zu lassen.

Effektives Ansatztraining

Doch wie trainiere ich überhaupt meinen Ansatz? Ist ein effektives Ansatztraining mit dem Instrument sinnvoll? Die ehrliche Meinung aus unserem Blickwinkel: Ein konzentriertes Ansatztraining ist mit dem Instrument fast unmöglich. Zu schnell lässt man sich vom eigentlichen Fokus – dem Ansatz – ablenken und man beschäftigt sich mit Atmung, Technik oder Haltung. Des Weiteren werden bei einem noch nicht stabilen und ausgereiften Ansatz die Schwächen und Unstimmigkeiten von anderen einflussreichen Körperbereichen kompensiert und überdeckt. Dies geschieht vorrangig durch die fehlende Kraft der Lippen- und Gesichtsmuskeln. Ein effektives Ansatztraining ist ohne das eigentliche Instrument am sinnvollsten. Neben dem reinen Mundstück, bietet sich ein Übungsadapter oder ein Ansatztrainer an. Durch diesen können Sie den Ansatzdruck auf Ihre Lippen kontrollieren, regulieren und perfektionieren.

Ansatztraining mit dem Mundstück

Ein regelmäßiges Ansatztraining ist auch einzig und allein auf Ihrem Mundstück möglich. Für diese Übungen benötigen Sie wirklich nur das reine Mundstück ohne den Instrumentenkorpus. Neben dem realen Spielgefühl, bietet diese einfache Übungsvariante den Vorteil, dass sich Ihre Lippen und Ihr Mundstück automatisch aufeinander einstellen. Jetzt fragen Sie sich, wie Sie das passende Mundstück finden? Ausprobieren und testen ist die Devise. Welches Ihr Traummundstück ist liegt allein in Ihren Händen.

Ansatztraining im Alltag / für Unterwegs

Doch wie lässt sich das Ansatztraining in den Tagesablauf einbinden? Fakt ist, dass Ihr Schlüssel zum Erfolg in der Regelmäßigkeit liegt. Da es sich um ein Muskeltraining handelt, ist dieses sehr gut mit dem Sport vergleichbar. Denn auch beim Sport ist das regelmäßige und kontinuierliche Training unabdingbar. Stellen Sie sich vor, Sie trainieren Ihren Ansatz zwischendurch auf dem Weg ins Büro, in der Uni oder beim Autofahren. Wie klingt das für Sie? Ein spezieller Ansatztrainer ist hier die Lösung. Beispielhaft möchte ich Ihnen den Buzz-R von Markus Arnold empfehlen. Es handelt sich dabei um ein Stück Holz mit einer Bohrung. Es ist ganz schlicht eine Verlängerung des Mundstückes, die einen enormen Effekt hat. Der Buzz-R hilft dem Blechbläser dabei, dass beim Spielen mit dem Mundstück sich der Hals schließt und dass der entstehende Ton übermäßig rauscht. Sowohl ein freier Luftfluss, als auch die klangliche Qualität werden trainiert und verbessert. Das Mundstückspiel wird hierdurch deutlich leichter und es entsteht ein wahrnehmbares sowie echtes Spielgefühl. Ein bedeutsamer Vorteil: Wenn Sie auf Ihrem Instrument mal eine Pause einlegen müssen, erleichtert Ihnen der mobile Ansatztrainer die Rückkehr zum Instrumentalspiel.

Bodybuilding für die Lippen

Damit Sie jederzeit auf Ihrem Instrument einsatzfähig sind, ist ein festgelegter Trainingsplan wichtig. In jeder Trainingseinheit muss auch eine Ansatzübung enthalten sein. Eine mögliche Variante ist die Lippenhantel. Hier handelt es sich um ein Trainingsgerät, um die Muskeln der Lippen und des Mundes zu trainieren. Mit dieser Hantel werden die speziellen Bereich der Gesichts- sowie Ringmuskeln und der Lippen ausgeprägt.

Vorsicht vor Übermut

Die genannten und aufgeführten Utensilien für den perfekten Ansatz und das regelmäßige Training sind hilfreich und empfehlenswert. Dennoch möchten wir Ihnen einige wichtige Punkte mit auf den Weg zum ausgeprägten Ansatz geben. Der Erfolg kommt natürlich nicht von heute auf morgen. Integrieren Sie das Ansatztraining in Ihren täglichen Trainingsplan. Bleiben Sie ganz entspannt, auch wenn es mal nicht so vorangeht, wie Sie es sich wünschen und vorstellen. Halten Sie den Vergleich zur Sporttraining im Hinterkopf und verlieren nicht gleich den Mut sowie den Ehrgeiz. Ein weiterer wichtiger Tipp: Bleiben Sie vorsichtig, ohne in den verkehrten Aktionismus zu fallen. Ein übertriebenes Pensum kann dazu führen, dass Ihre Muskeln verkrampfen. Sollten Sie an diesen Punkt gelangen, haben Sie Ihr Ziel verfehlt und der Trainingseffekt bleibt aus.

Tonübungen! Der Schlüssel für Ihren Erfolg

Starten Sie Ihre tägliche Übungssession mit einigen einfachen Tonübungen. Achten Sie dabei ganz penibel auf die Stimmung und die klangliche Qualität des Tons. Versuchen Sie entstehende Vakanzen in der Intonation direkt auszugleichen und wiederholen Sie die Übung bis Sie die Töne direkt auf den Punkt treffen klangliche Qualität sowie der verbesserten Stimmung, wird sich der Einsatz der Lippenmuskeln, die Sie zum Ausgleich von Tonhöhen verwendet werden, auf ein Minimum reduziert. Dies wird Ihren Ansatz schonen und Ihr Instrumentalspiel locker und leicht wirken lassen.

Gerade für alle Blechbläser ist der Ansatz ein sehr komplexes Geschehen. Viele Abläufe regelt der Körperorganismus von alleine. Durch ein regelmäßiges Training können Sie diesen Organismus stärken und positiv beeinflussen. Sie sollten aber die Dinge nicht komplizierter machen als sie in Wirklichkeit sind. Fehlt Ihnen hin und wieder die notwendige Motivation Ihr Instrument hervorzuholen? Lesen Sie jetzt 9 motivierenden Tipps, warum Sie ans Weitermachen statt ans Aufgeben denken sollten.

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und erarbeiten Sie die aufgeführten Punkte für die Verbesserung Ihres Ansatzes. Sie werden davon profitieren.

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